Burnout bei Frauen

Es sind längst nicht mehr nur die Managerinnen, die unter Burnout leiden. Burnout bei Frauen ist zu einem der häufigsten Syndrome unserer Gesellschaft geworden und verschont auch keine Altersstufe. Viele Frauen empfinden ihre Erschöpfung als normal, weil sie sich an den Dauerstress gewöhnt haben. Erst wenn der übermäßige Stress die persönliche Motivation beeinflusst, ihre Einstellungen und ihr Verhalten beeinträchtigt oder psychosomatische Symptome schickt, wird ihnen klar, dass etwas ganz und gar nicht stimmt.

 

In der Arbeit mit gefährdeten oder bereits an Burnout erkrankten Frauen, kristallisiert sich eine gemeinsame Fragestellung heraus:

 

"Wie kann ich all die an mich gestellten gesellschaftlichen Anforderungen erfüllen und dabei trotzdem ich selbst bleiben?"

 

 

In der Familie werden völlig andere Verhaltensweisen erwartet, als im Beruf. Zuhause ist die erwartete Rolle der Frau die fürsorgliche, warmherzige, den Mitgliedern der Familie die Wünsche von den Augen ablesende, perfekte Umsorgerin. Im Beruf dagegen hat sie selbstsicher aufzutreten, für ihre Überzeugungen und Rechte einzustehen und selbständig Entscheidungen zu treffen. Dieser Rollenkonflikt zehrt allmählich die Kräfte aus, die Gedanken drehen sich im Kreis, bis nur noch das Gefühl tiefer Frustration zurückbleibt.

 

Die Scham darüber, die ungeheure Vielzahl unterschiedlichster Anforderungen und Rollen nicht perfekt ausführen zu können, ist dabei die vorherrschende Emotion und treibende Kraft, wie auch die innere Verwirrung, die durch diesen Wertekonflikt entsteht.

 

Eine andere Gruppe von burnout-gefährdeten Frauen bilden Hausfrauen und Mütter, die sich über diese Rolle isoliert haben und darüber allmählich ausbrennen.