Burnout im Beruf

Der empfundene berufliche Stress hängt zwar zum Teil durchaus von der Höhe der Arbeitsbelastung und/oder den Geschwindigkeitsanforderungen ab - viel entscheidender sind aber das Klima der Organisation, der Grad der Autonomie in der Arbeit, die Anerkennung und Rückmeldung durch Kollegen und Vorgesetzte, die Belohnungssysteme - kurz gesagt der gesamten Unternehmenskultur, die auch ihre Werte, Überzeugungen und Grundannahmen zumindest indirekt ihren Arbeitnehmern vermittelt.

 

Weiterer Stress entsteht durch Rollenkonflike, Rollenüberlastungen und den Widersprüchen, die verschiedene Rollen beinhalten (Rollenambiguität).

 

Aus der neueren Burnout-Forschung kommt noch ein wichtiger Faktor hinzu, der Emotionale Arbeit (Emotional Work) genannt wird.

Hat ein Unternehmen z. B. die Euphorie als zentrale zu kommunizierende Emotion als 'Markenzeichen' gewählt und die Mitarbeiter haben diese dauernd nach außen vorzuführen, brennen diejenigen (noch) schneller aus, die sich mit dem Gefühl nicht identifizieren können.

Das ist übrigens auch mit der Grund warum so viele Schauspieler, Moderatoren und andere Prominente an Burnout erkranken oder stark gefährdet sind. Das ständige Produzieren von Emotionen (faking), ist extrem anstrengend für das gesamte System und die emotionale Selbstausbeutung produziert starken Stress. Darüberhinaus findet eine Art 'Innerer Verrat' statt, der oft in die Depression führt.

 

 

 

Interessanterweise beziehen sich die Diskussionen und auch die psychologische Forschung zu den Lösungsansätzen fast ausschliesslich auf die personenzentrierten Ansätze, bei denen das Individuum im Mittelpunkt steht. Und obwohl diese anerkanntermaßen ziemlich ineffizient am Arbeitsplatz sind, weil der Einzelne in diesem Feld eine nur geringe Kontrolle und Einflussmöglichkeiten auf die Stressoren hat, als in privateren Bereichen seines Lebens. Das legt die Annahme nahe, dass es leichter und billiger ist, einen Menschen zu verändern, als ganze Organisationen.